Qualität sichern, Vielfalt erhalten – Kitagutscheinsystem zukunftsfest machen

Qualität sichern, Vielfalt erhalten – Kitagutscheinsystem zukunftsfest machen

Wie kann die angespannte Situation in vielen Kitas verbessert und den Kindern eine gute und verlässliche frühkindliche Bildung gewährleistet werden? Wieviel ist uns als Gesellschaft die Frühkindliche Bildung wert? Darum ging es gestern Abend auf einer Fachveranstaltung, zu der die Arbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (AGFW) Vertreter*innen der Behörde, der Wissenschaft, der Eltern und Mitarbeitenden sowie der Parteien eingeladen hatte. „Kinder haben ein Recht auf Bildung und gleiche Startchancen. Als erster Bildungsort eines Kindes müssen Kitas finanziell solide ausgestattet sein. Nur so kann es gelingen, gut ausgebildete Fachkräfte zu beschäftigen, die für eine hohe Qualität und Verlässlichkeit der Betreuung sorgen. Die von der Stadt gezahlten Entgelte sind jedoch nicht auskömmlich. Wir fordern deshalb eine umfassende Reform des Kitagutscheinsystems“, sagte Sandra Berkling, stellvertretende Geschäftsführerin der AGFW. Die Rahmenbedingungen für das mittlerweile über 20 Jahre alte Kitagutscheinsystem haben sich stark verändert. Die Anforderungen an die Fachkräfte und den Kitabetrieb sind deutlich gestiegen. So müssen die Fachkräfte zum Beispiel viel mehr Zeit für die Dokumentation der Entwicklung der Kinder aufwenden. Diese „mittelbare Pädagogik“ wird gefordert, aber nicht über das Gutscheinsystem refinanziert.

Auch Urlaubs- und Krankheitstage sind nicht eingerechnet, so dass Fachkräfte in der Arbeit am Kind fehlen und die verbleibenden Fachkräfte mehr belastet werden.
Infolge der starken Arbeitsbelastung erhöhen sich der Krankenstand und die Abwanderung aus den pädagogischen Berufen – eine Abwärtsspirale in einer ohnehin von Fachkräftemangel geprägten Zeit.

Den Vertreter*innen der politischen Parteien ist die kritische Situation der Kitas durchaus bewusst. Ihre Lösungsansätze unterscheiden sich aber deutlich: von einer Verschiebung der Prioritäten beim Haushalt der Stadt zugunsten der Kitas als lohnende Investition in die Zukunft, über Entwicklung neuer Kooperationsmodelle im Stadtteil bis zur Steigerung der Attraktivität des Berufs durch Ausbildungsvergütung, Akademisierung und den Ausbau von Funktionsstellen.

Die auf der Veranstaltung gezeigten Präsentationen von Dr. Dirk Bange (Sozialbehörde) und Sandra Berkling finden Sie unten zum Download.

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