Neues Konzept für Straßensozialarbeit – Geplante Verschiebung der Pflegefachassistenzausbildung verschärft
Versorgungskrise – Hamburg nutzt zentrale Mittel gegen
den Personalmangel nicht
Hamburg, 25. Februar 2026.
Der Hamburger Senat will die Einführung der bundeseinheitlichen
Pflegefachassistenzausbildung auf das Jahr 2028 verschieben, obwohl das Bundesgesetz einen Start bereits zum 1. Januar 2027 ausdrücklich ermöglicht.
Damit droht Hamburg, ein zentrales Instrument zur Bekämpfung des Fachkräftemangels in der Pflege unnötig ungenutzt zu lassen.
Der Fachkräftemangel führt bereits heute dazu, dass Pflegeeinrichtungen schließen oder freie Plätze nicht belegt werden können. „Vor diesem Hintergrund ist es besonders schwer nachvollziehbar, dass die Einführung der neuen Pflegefachassistenzausbildung um mindestens ein Jahr verschoben werden soll. Damit tritt dringend benötigte personelle Entlastung deutlich später ein, als rechtlich möglich und fachlich geboten wäre“, sagt Dr. Stefan Pabst, Geschäftsführer und Bereichsleitung Pflege und Senioren bei der Arbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege Hamburg e. V. (AGFW).
Pflegefachassistenzausbildung als zentraler Baustein gegen den Personalmangel
Die bundeseinheitliche Pflegefachassistenzausbildung ist ein wichtiger Baustein zur Sicherung der pflegerischen Versorgung. Sie ersetzt die bislang sehr unterschiedlichen Landesregelungen, ist generalistisch ausgerichtet und eröffnet durch flexible Verkürzungsmöglichkeiten für berufserfahrene Pflegehilfskräfte die Chance, schneller zusätzliche qualifizierte Pflegefachassistent*innen zu gewinnen. Pflegefachassistent*innen sind Teil der flexibilisierten Fachkraftquote und entscheidend für die Erfüllung der Personalanforderungen in Pflegeeinrichtungen.
Gerade die auf Erfahrung aufbauenden Qualifizierungswege bieten die Möglichkeit, kurzfristig dem Personalmangel entgegenzuwirken. Mit der geplanten Verschiebung würden diese Instrumente jedoch erst deutlich später greifen. Hamburg würde damit nicht alle verfügbaren und gesetzlich vorgesehenen Mittel nutzen, um dem Personalmangel in der Pflege so schnell wie möglich zu begegnen.
„Angesichts der angespannten Versorgungslage können wir es uns nicht leisten, wirksame Instrumente gegen den Personalmangel ungenutzt zu lassen. Jeder verlorene Monat bedeutet, dass Entlastung für Pflegebedürftige, Angehörige und Einrichtungen später ankommt“, so Stefan Pabst.
Pflegeschulen besonders betroffen – wirtschaftliche Unsicherheit wird verlängert
Besonders betroffen von der geplanten Verschiebung sind die Pflegeschulen in Hamburg. Sie haben seit Jahren auf eine unzureichende Refinanzierung der Assistenzausbildung hingewiesen. Die neue Pflegefachassistenzausbildung hätte hier eine dringend notwendige Verbesserung gebracht. Durch die Verschiebung müssten die Schulen nun ein weiteres Jahr wirtschaftliche Unsicherheit tragen, trotz ihrer zentralen Rolle für die Fachkräftesicherung.
Leidtragende sind Pflegebedürftige und ihre Angehörigen
Am Ende leiden unter dieser Verzögerung vor allem die pflegebedürftigen Menschen und ihre Angehörigen. Wer dringend einen Pflegeheimplatz benötigt, muss länger warten oder findet keinen Platz in angemessener Zeit. Angehörige sind gezwungen, die Pflege zu Hause länger zu organisieren, als es notwendig oder zumutbar wäre, häufig unter erheblicher persönlicher, gesundheitlicher und beruflicher Belastung.
Andere Bundesländer handeln – Hamburg droht Zeit zu verlieren
Andere Bundesländer wie Berlin, Niedersachsen, Hessen oder Schleswig-Holstein setzen die neue Pflegefachassistenzausbildung bereits zum Jahreswechsel in 2027 um. Hamburg will hingegen später starten und würde damit wertvolle Zeit im Kampf gegen den Fachkräftemangel verlieren.
Die Arbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege Hamburg fordert den Senat daher nachdrücklich auf, die Einführung der Pflegefachassistenzausbildung vorzuziehen und alle verfügbaren Instrumente zur Sicherung der pflegerischen Versorgung konsequent zu nutzen.
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